Welcher Intraoralscanner zu Ihrer Praxis passt, klären Sie über wenige prüfbare Kriterien statt über Ranglisten. Für den Aligner-Start zählen vor allem Ganzkiefer-Genauigkeit, offene Exportformate wie STL, OBJ und PLY sowie die Ergonomie. Dazu kommen laufende Kosten, die Aufbereitung der Spitzen, Schulung und die EU-Konformitätserklärung nach der Medizinprodukteverordnung.

Dieser Beitrag ordnet jedes Kriterium ein, nennt die zugrunde liegenden Quellen und endet mit einer Checkliste. Er vergleicht keine Geräte anderer Hersteller und vergibt keine Platzierungen, denn Studienwerte gelten nur für getestete Geräte und Bedingungen.

Auf einen Blick

  • Genauigkeit umfasst Richtigkeit und Präzision; Ganzkieferaufnahmen sind für Scanner anspruchsvoller als Teilkieferaufnahmen (Ender et al., 2019).
  • STL speichert nur Geometrie, OBJ und PLY können Farbe mitführen. Fragen Sie, ob der Export ohne Zusatzgebühr möglich ist.
  • Spitzen bereiten Sie nach Herstellerangaben mit validierten Verfahren auf (§ 8 MPBetreibV); Zyklenzahl und Ersatzkosten gehören in die Kalkulation.
  • Fordern Sie die EU-Konformitätserklärung nach Art. 19 MDR an und prüfen Sie den Eintrag in EUDAMED.

Was bedeutet Genauigkeit bei einem Intraoralscanner?

Genauigkeit beschreibt, wie nah ein Scan am tatsächlichen Gebiss liegt, und setzt sich aus zwei Größen zusammen. Die Fachliteratur unterscheidet in Anlehnung an ISO 5725-1 zwischen Richtigkeit und Präzision (Mangano et al., 2017). Richtigkeit, englisch trueness, beschreibt die Abweichung des Scans von einem hochgenau vermessenen Referenzmodell. Präzision beschreibt dagegen, wie stark wiederholte Scans desselben Objekts unter gleichen Bedingungen voneinander abweichen.

Für die Richtigkeit braucht es laut Mangano et al. einen Referenzscan, aufgenommen mit einem industriellen Messgerät. Ender und Mehl beschrieben 2013 im Journal of Prosthetic Dentistry ein Verfahren mit einem hochgenauen Referenzscanner. Die Richtigkeit ergibt sich aus der Überlagerung jedes Scans mit dem Referenzdatensatz. Die Präzision ergibt sich aus der Überlagerung der Wiederholungsscans desselben Geräts untereinander. Die Kennwerte unterscheiden sich zwischen Studien, etwa Mittelwert, RMS oder Perzentilspanne (Ender et al., 2019; Kanmaz et al., 2025). Vergleichen Sie Mikrometerwerte deshalb nur innerhalb derselben Studie und nicht zwischen verschiedenen Publikationen.

Ganzkiefer oder Quadrant: was zählt für Aligner?

Aligner fassen den gesamten Zahnbogen, deshalb ist der Ganzkieferscan in der Aligner-Therapie der Regelfall. Genau bei diesen langen Strecken fallen die Unterschiede zwischen Geräten und Verfahren in Studien deutlicher aus. Eine Übersicht in BMC Oral Health fand für kurze Spannen bis vier oder fünf Glieder vergleichbare Werte wie konventionelle Abformungen. Für Ganzkieferaufnahmen galt das im Jahr 2017 noch nicht (Mangano et al., 2017).

Eine In-vitro-Studie mit acht Scannern und einer konventionellen Kontrollgruppe bestätigte dieses Muster im Jahr 2019. Die Autoren bewerteten Teilkieferaufnahmen bestimmter Geräte als valide Alternative zur konventionellen Abformung. Ganzkieferaufnahmen blieben eine Herausforderung, einzelne Geräte lagen aber im klinisch geforderten Bereich (Ender et al., 2019).

Unter klinischen Bedingungen wertete eine retrospektive Studie 84 Scans von kieferorthopädischen Patientinnen und Patienten aus. Wiederholte Ganzkieferscans wichen im Mittel um 57 µm im Oberkiefer und um 59 µm im Unterkiefer ab. Nach dem Kleben von Brackets stiegen die mittleren Abweichungen auf 97 und 95 µm (Kim et al., 2021). Fragen Sie den Anbieter deshalb nach Ganzkieferdaten, nach dem Studiendesign und nach dem getesteten Softwarestand.

Wie wichtig sind Scangeschwindigkeit und Workflow?

Laut Mangano et al. entsteht der Zeitvorteil digitaler Abformungen weniger beim Scannen selbst als in den Schritten danach. Ein Ganzkieferscan dauert nach dieser Übersicht drei bis fünf Minuten, ähnlich lange wie eine konventionelle Abformung. Danach entfallen Gipsmodelle, und die Praxis versendet die Datei direkt an Labor oder Aligner-Anbieter. Prüfen Sie deshalb den gesamten Weg vom ersten Scanbild bis zum fertigen Upload beim Aligner-Anbieter. Wie viele Schritte braucht der Export, und ordnet die Software den Bissscan automatisch richtig zu?

Worauf achten Sie bei Gewicht und Spitzengröße?

Ein Ganzkieferscan bedeutet mehrere Minuten Haltearbeit, bei mehreren Fällen am Tag auch wiederholt. Prüfen Sie Gewicht, Balance und Kabelführung deshalb selbst bei einem vollständigen Probescan am Modell. Achten Sie im Datenblatt darauf, unter welchen Bedingungen der Hersteller das Gewicht angibt. Shining 3D nennt für den Aoralscan Elite etwa ausdrücklich Standardspitze, kein Kabel und eine Toleranz von ±20 g.

Bei der Spitze führen Mangano et al. kleine, schmale Spitzen ausdrücklich als Vorteil eines Scanners auf. Shining 3D beschreibt seine Mini-Spitze für Patienten, die den Mund nicht vollständig öffnen können, und für enge Bereiche.

Warum sind offene Exportformate für Aligner entscheidend?

Aligner-Anbieter, Labore und Planungssoftware arbeiten mit den Oberflächendaten, die Ihr Scanner exportiert. Offene Formate halten Ihnen deshalb die Wahl des Partners frei, heute und bei einem späteren Wechsel. STL beschreibt eine Oberfläche als Dreiecksnetz und unterstützt standardmäßig keine Farben oder Texturen (Library of Congress). PLY kann Farbe über zusätzliche Eigenschaften speichern, OBJ nutzt dafür eine begleitende MTL-Datei.

Mangano et al. nennen Gebühren für die Freischaltung von Dateien als Hauptnachteil geschlossener Systeme. Bei manchen Geräten fallen jährliche oder monatliche Gebühren an, damit jedes Labor die Dateien nutzen kann. Fragen Sie deshalb konkret, ob der Export in STL, OBJ und PLY unbegrenzt und ohne Zusatzkosten möglich ist. Mehr zur Auswahl des Aligner-Partners lesen Sie im Beitrag Aligner-Anbieter vergleichen mit zwölf Kriterien.

Welche Kosten verursachen Software und Abonnements?

Neben dem Gerät verursacht auch die Software laufende Kosten, die Sie gesondert erfragen sollten. Mangano et al. weisen auf Zusatzkosten für Updates der Rekonstruktionssoftware hin, die je Hersteller unterschiedlich geregelt sind. Klären Sie, welche Funktionen im Grundpreis enthalten sind und welche ein Abonnement erfordern. Fragen Sie auch, was mit Ihren Daten und dem Export geschieht, wenn Sie ein Abo beenden. Verarbeitet ein Anbieter Scans in seiner Cloud in Ihrem Auftrag, verlangt Art. 28 DSGVO einen Vertrag mit festgelegten Pflichten.

Brauchen Sie Farbscan und Weichgewebsdarstellung?

Farbige Aufnahmen zählen Mangano et al. in ihrer Übersicht zu den Vorteilen eines Intraoralscanners. Farbe kommt beim Partner allerdings nur an, wenn der Export sie mitführt, also über OBJ oder PLY. Die Qualität der Weichgewebsdarstellung hängt auch von der Klinik ab: Gesunde Weichgewebe gelten als Voraussetzung einer guten optischen Abformung. Fragen Sie außerdem, ob der Scanner ohne Puder arbeitet, denn die Übersicht wertet Puderpflicht als Nachteil. Ungleichmäßige Puderschichten können nach Mangano et al. Fehler verursachen, die die Qualität des Scans mindern.

Was leisten Implantat-Workflows und intraorale Photogrammetrie?

Mangano et al. empfehlen, einen Scanner in Prothetik, Kieferorthopädie und Implantologie einzusetzen, um die Anschaffung zu verteilen. Bei Implantaten erfasst der Scanner Scanbodies, deren Lage die Software mit Bibliotheksdaten abgleicht. Fragen Sie deshalb, welche Implantatsysteme und Scanbodies die Bibliothek des Herstellers bereits abdeckt.

Bei zahnlosen Kiefern mit mehreren Implantaten setzt die intraorale Photogrammetrie an, kurz IPG. Sie nutzt codierte Scanbodies als feste Referenzpunkte und rekonstruiert daraus die Implantatpositionen (Shining 3D). Eine prospektive klinische Studie im Journal of Prosthetic Dentistry verglich beide Verfahren an 52 Implantaten in 13 zahnlosen Kiefern. Die mittlere dreidimensionale Abweichung lag beim Intraoralscan bei 59,8 µm, bei der Photogrammetrie bei 30,7 µm (Eldabe et al., 2026). Die Studie umfasste nur elf Personen, was die Verallgemeinerung der Ergebnisse deutlich begrenzt. Fragen Sie, ob die Photogrammetrie im selben Gerät läuft oder ein zweites System erfordert.

Wie werden die Scanspitzen hygienisch aufbereitet?

Die Scanspitze kommt beim Scannen direkt mit der Mundschleimhaut der Patientin oder des Patienten in Kontakt. Shining 3D schreibt deshalb vor, die Spitze vor und nach jedem Patientenkontakt gründlich aufzubereiten. § 8 MPBetreibV verlangt für die Aufbereitung geeignete validierte Verfahren unter Berücksichtigung der Herstellerangaben. Beachtet die Praxis die gemeinsame Empfehlung von KRINKO und BfArM, wird eine ordnungsgemäße Aufbereitung vermutet.

Klären Sie vor der Entscheidung, ob die Spitze autoklavierbar ist oder nur desinfiziert werden darf. Fragen Sie nach der maximalen Zahl an Aufbereitungszyklen und nach dem Preis einer Ersatzspitze. Aus Zyklusdauer und Patientenzahl ergibt sich, wie viele Spitzen Sie im Praxisalltag parallel brauchen. Shining 3D nennt etwa 4 Minuten bei 134 °C oder 30 Minuten bei 121 °C, danach 30 Minuten Trocknung.

Welche Anforderungen stellt der Scanner an Rechner und Pflege?

Die Scansoftware läuft auf einem Rechner, dessen Mindestausstattung der Hersteller in seinen Unterlagen vorgibt. Für den Aoralscan Elite verlangt Shining 3D zum Beispiel mindestens 16 GB Arbeitsspeicher, empfohlen sind 32 GB. Dazu kommen eine dedizierte Grafikkarte von Nvidia, eine SSD und Windows 10 oder 11 Professional mit 64 Bit. Der Rechner braucht außerdem mindestens einen USB-C-Anschluss und einen USB-A-Anschluss nach USB 3.0.

In einer In-vitro-Studie in BMC Oral Health hielt ein Scanner seine Genauigkeit 324 Tage ohne erneute Kalibrierung. Die Autoren empfehlen trotzdem, die Kalibrierintervalle des Herstellers einzuhalten (Kanmaz et al., 2025).

Wie viel Schulung und Support sollten Sie einplanen?

Jeder Intraoralscanner verlangt eine Lernkurve, auf die auch die Übersicht von Mangano et al. ausdrücklich hinweist. In einer klinischen Studie scannten 20 Dentalhygienikerinnen und Dentalhygieniker je zehnmal das Gebiss eines Patienten. Bei einem der zwei getesteten Systeme verbesserte sich die Richtigkeit mit der Übung, beim anderen nicht (Lim et al., 2018). Fragen Sie nach Einweisung vor Ort, nach Schulungen für das Team und nach Reaktionszeiten im Support. Klären Sie auch, ob Sie bei einer Reparatur kurzfristig ein Ersatzgerät für den Praxisbetrieb erhalten.

Welche Regeln gelten für Intraoralscanner in der EU?

Scanner mit zahnmedizinischer Zweckbestimmung fallen unter die Definition des Medizinprodukts in Art. 2 Nr. 1 der Verordnung (EU) 2017/745 (MDR). Vor dem Inverkehrbringen bringt der Hersteller die CE-Kennzeichnung gut sichtbar auf dem Produkt oder seiner Verpackung an (Art. 20 MDR). Mit der EU-Konformitätserklärung nach Art. 19 MDR bestätigt er, dass das Produkt die Anforderungen der Verordnung erfüllt. Die Erklärung nennt laut Anhang IV unter anderem die Basis-UDI-DI und die Risikoklasse nach Anhang VIII. Händler müssen vor der Bereitstellung prüfen, ob CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung vorliegen (Art. 14 MDR).

Fordern Sie die Erklärung für das konkrete Modell an und gleichen Sie Produktname und Hersteller genau ab. Prüfen Sie danach den Eintrag in der Europäischen Datenbank für Medizinprodukte, kurz EUDAMED, die Art. 33 MDR vorsieht. Laut EU-Kommission ist die Nutzung von vier Modulen seit dem 28. Mai 2026 verpflichtend, darunter die Produktregistrierung. Fehlt ein Eintrag zu Hersteller oder Produkt, fragen Sie den Anbieter schriftlich nach dem Grund.

Wie rechnen Sie die Gesamtkosten?

Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung, denn Software, Spitzen und Service kommen laufend hinzu. Eine Übersicht aus dem Jahr 2017 nannte Anschaffungskosten zwischen 15.000 und 35.000 Euro je nach Modell (Mangano et al., 2017). Aktuelle Preise erfragen Sie direkt bei den Anbietern, denn diese Spanne ist inzwischen mehrere Jahre alt. Für einen fairen Vergleich addieren Sie alle Posten über die geplante Nutzungsdauer des Geräts:

  • Kaufpreis, Finanzierung oder Leasingrate
  • Softwarelizenzen, Abonnements und Cloud-Speicher
  • Ersatzspitzen nach Zyklenzahl
  • Rechner, Wartung und Kalibrierung
  • Schulung, Support und mögliche Ausfallzeiten
  • Gebühren für den Datenexport, falls vorhanden

Teilen Sie die Summe anschließend durch die erwartete Zahl an Scans über denselben Zeitraum. So erhalten Sie Kosten je Scan, die Sie mit Ihren bisherigen Abformkosten vergleichen können.

Checkliste: Welche Fragen stellen Sie jedem Anbieter?

KriteriumWorauf achtenFrage an den Anbieter
GenauigkeitGanzkieferdaten, Studiendesign, SoftwarestandWelche Studien zeigen Richtigkeit und Präzision im Ganzkiefer für dieses Modell?
WorkflowExport, Bisszuordnung, UploadWie viele Schritte braucht der Export an meinen Aligner-Anbieter?
ErgonomieGewicht mit Messbedingungen, BalanceWie schwer ist das Handstück mit Spitze und ohne Kabel?
ScanspitzenGrößen für enge BereicheWelche Spitzengrößen gibt es, und welche sind im Lieferumfang?
ExportformateSTL, OBJ, PLY ohne GebührIst der Export unbegrenzt und kostenfrei, auch nach Vertragsende?
Software und AboGrundumfang, Kosten für UpdatesWelche Funktionen kosten extra, und was gilt nach einer Kündigung?
FarbeFarbscan, Arbeiten ohne PuderFührt der Export in OBJ oder PLY die Farbe mit?
ImplantateScanbody-Bibliothek, PhotogrammetrieIst Photogrammetrie im Gerät integriert oder ein Zusatzsystem?
HygieneValidiertes Verfahren, ZyklenzahlWie viele Aufbereitungszyklen hält eine Spitze, und was kostet Ersatz?
RechnerMindestanforderungen, AnschlüsseIst ein passender Rechner enthalten, und wer spielt Updates ein?
Schulung und SupportEinweisung, Reaktionszeit, ErsatzgerätWer schult das Team, und wie schnell kommt bei einer Reparatur Ersatz?
RegulatorikCE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung, EUDAMEDSenden Sie mir die EU-Konformitätserklärung für dieses Modell?
DatenschutzSpeicherort, AuftragsverarbeitungWo liegen die Scans, und gibt es einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO?
GesamtkostenAlle Posten über die LaufzeitWelche Kosten fallen neben Kaufpreis oder Rate an, und wie lange binde ich mich?

Was bietet der CLARIQUE Scan?

Der CLARIQUE Scan basiert auf dem Aoralscan Elite des Herstellers Shining 3D und wird im Leasing angeboten. Die folgenden Werte stammen aus den Herstellerangaben von Shining 3D zu diesem Gerät:

  • Gewicht 124 g mit Standardspitze und ohne Kabel, Toleranz ±20 g
  • Abmessungen 245 × 30 × 26 mm
  • Spitzen in den Größen groß, Standard und Mini mit Scanfeldern von 19 × 14, 16 × 12 und 12 × 9 mm
  • Scantiefe 22 mm
  • Export in STL, OBJ und PLY, Anschluss über USB-C
  • Spitzen durch die Praxis bis zu 100-mal sterilisierbar
  • Intraoralscan und intraorale Photogrammetrie in einem Gerät

Das Leasing beginnt ab 249 € im Monat netto und ist monatlich kündbar. Es gibt keine Mindestzahl an Fällen und keine Exklusivität, Sie bleiben also in der Wahl Ihrer Partner frei. Prüfen Sie auch dieses Gerät mit der Checkliste oben, bevor Sie sich entscheiden. Alle weiteren Details zum Gerät und zum Leasing stehen auf der Seite CLARIQUE Scan.

Häufige Fragen zur Scannerauswahl

Welcher Intraoralscanner ist der beste für den Aligner-Start?

Einen allgemein besten Scanner belegen die in diesem Beitrag zitierten Studien nicht. Ihre Ergebnisse gelten jeweils nur für die getesteten Geräte, Softwarestände und Versuchsbedingungen. Prüfen Sie stattdessen Ganzkiefer-Genauigkeit, offene Exportformate, Ergonomie, Folgekosten und MDR-Dokumente anhand der Checkliste.

Reicht ein STL-Export für die Aligner-Planung?

STL überträgt die Oberflächengeometrie als Dreiecksnetz, unterstützt aber standardmäßig keine Farben oder Texturen. OBJ und PLY können dagegen Farbinformationen mitführen, sofern der Scanner sie exportiert. Welche Formate Ihr Aligner-Anbieter annimmt, klären Sie vor dem Kauf oder Leasing schriftlich.

Wie genau muss ein Intraoralscanner für Aligner sein?

Einen einheitlichen Grenzwert für Aligner nennen die in diesem Beitrag ausgewerteten Studien nicht. Die Studien zeigen aber, dass Ganzkieferaufnahmen für Intraoralscanner anspruchsvoller sind als Teilkieferaufnahmen. Fragen Sie deshalb nach Ganzkieferdaten für das konkrete Modell und den aktuellen Softwarestand.

Was gilt für die Aufbereitung der Scanspitzen?

Nach § 8 MPBetreibV bereiten Sie Spitzen mit geeigneten validierten Verfahren und nach Herstellerangaben auf. Beachten Sie die Empfehlung von KRINKO und BfArM, wird eine ordnungsgemäße Aufbereitung vermutet. Klären Sie vorab Verfahren, maximale Zyklenzahl und Ersatzkosten je Spitze mit dem Anbieter.

Welche Unterlagen sollten Sie vor dem Vertrag anfordern?

Fordern Sie die EU-Konformitätserklärung nach Art. 19 MDR für das konkrete Modell an. Dazu gehören Gebrauchsanweisung, Aufbereitungsanleitung und bei Cloud-Diensten ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Den Eintrag von Hersteller und Produkt prüfen Sie zusätzlich in der europäischen Datenbank EUDAMED.

Redaktion CLARIQUE

Fachredaktion der Clarique Dental GmbH für zahnärztliche Fachkreise. Quellen, Evidenztyp und Stand stehen am Ende jedes Beitrags; Rückfragen an info@clarique.de.

Quellen

  1. Mangano F, Gandolfi A, Luongo G, Logozzo S. Intraoral scanners in dentistry: a review of the current literature. BMC Oral Health 2017;17:149; DOI 10.1186/s12903-017-0442-x; Abruf am 15.10.2026; Übersichtsarbeit.
  2. Ender A, Mehl A. Accuracy of complete-arch dental impressions: a new method of measuring trueness and precision. J Prosthet Dent 2013;109(2):121-128; DOI 10.1016/S0022-3913(13)60028-1; Abruf am 15.10.2026; In-vitro-Studie, Methodik.
  3. Ender A, Zimmermann M, Mehl A. Accuracy of complete- and partial-arch impressions of actual intraoral scanning systems in vitro. Int J Comput Dent 2019;22(1):11-19; PubMed 30848250; Abruf am 15.10.2026; In-vitro-Studie, acht Scanner.
  4. Kim YK, Kim SH, Choi TH et al. Accuracy of intraoral scan images in full arch with orthodontic brackets: a retrospective in vivo study. Clin Oral Investig 2021;25(8):4861-4869; DOI 10.1007/s00784-021-03792-0; Abruf am 15.10.2026; retrospektive In-vivo-Studie.
  5. Lim JH, Park JM, Kim M, Heo SJ, Myung JY. Comparison of digital intraoral scanner reproducibility and image trueness considering repetitive experience. J Prosthet Dent 2018;119(2):225-232; DOI 10.1016/j.prosdent.2017.05.002; Abruf am 15.10.2026; klinische Studie.
  6. Eldabe AK, Adel-Khattab D, Botros KH. Accuracy of intraoral photogrammetry in complete arch digital implant scanning: an in vivo prospective comparative study. J Prosthet Dent 2026;135(2):342-351; DOI 10.1016/j.prosdent.2025.03.041; Abruf am 15.10.2026; prospektive klinische Studie, elf Personen.
  7. Kanmaz MG, Agani Sabah G, Balcı M, Erden MB. Comparison of intraoral scanner accuracy before and after calibration: an in vitro study. BMC Oral Health 2025;25:1186; DOI 10.1186/s12903-025-06584-0; Abruf am 15.10.2026; In-vitro-Studie, ein Gerät.
  8. Library of Congress, Sustainability of Digital Formats: STL, PLY, Wavefront OBJ; Abruf am 15.10.2026; Formatbeschreibungen.
  9. Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR), Art. 2 Nr. 1, Art. 14, Art. 19, Art. 20, Art. 33, Anhang IV; https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2017/745/oj; Abruf am 15.10.2026; Gesetzestext.
  10. Europäische Kommission, EUDAMED Overview; https://health.ec.europa.eu/medical-devices-eudamed/overview_en; öffentliche Datenbank https://ec.europa.eu/tools/eudamed; Abruf am 15.10.2026; Behördenangabe.
  11. Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV), § 8 Aufbereitung von Produkten; https://www.gesetze-im-internet.de/mpbetreibv_2025/__8.html; Abruf am 15.10.2026; Rechtsverordnung.
  12. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 28 Auftragsverarbeiter; https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2016/679/oj; Abruf am 15.10.2026; Gesetzestext.
  13. Shining 3D, IntraoralScan 3.5.2, Benutzerhandbuch Aoralscan Elite: Specifications, Connection, Runtime Environment, Scanner Care, Package List, Implant Scan; Abruf am 15.10.2026; Herstellerangabe.
  14. Shining 3D Dental, What is Intraoral Photogrammetry (IPG)?; https://www.shining3ddental.com/en/ipg/; Abruf am 15.10.2026; Herstellerangabe.
  15. Clarique Dental GmbH, Leasingkonditionen CLARIQUE Scan, Stand Oktober 2026; Anbieterangabe.

Fachinformation für zahnärztliche Fachkreise im Sinne des § 2 HWG. Die Clarique Dental GmbH erbringt keine zahnheilkundlichen Leistungen und vermittelt keine Patienten; Diagnose, Aufklärung und Behandlung erfolgen ausschließlich durch Zahnärztinnen und Zahnärzte. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung, bewertet keine Geräte anderer Hersteller und nennt keine Konditionen anderer Anbieter; die Wahl des Scanners ist eine fachliche Entscheidung der Praxis.

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