Intraorale Photogrammetrie bestimmt die Positionen mehrerer Implantate über optisch codierte Scanbodys. Dasselbe Handstück scannt zusätzlich Weichgewebe und Kieferkamm, sodass ein gemeinsamer Datensatz entsteht. Systematische Übersichten berichten für Photogrammetrie bei Ganzkiefer-Abformungen eine höhere Richtigkeit und Präzision als für den Intraoralscan. Die Daten stammen überwiegend aus Modellversuchen, und die klinischen Vergleichsstudien sind bisher klein.

Auf einen Blick

  • Intraoralscanner setzen lange Spannen aus vielen Einzelbildern zusammen; jede Überlagerung addiert eine kleine Abweichung (Pozzi, Arcuri et al., 2025).
  • Eine Übersicht über 13 Studien fand Photogrammetrie in 10 Studien genauer als den Intraoralscan; die Metaanalysen nutzen nur In-vitro-Daten.
  • Extraorale Systeme erfassen nur Implantatkoordinaten, intraorale Photogrammetrie liefert Implantatpositionen, Kieferanatomie und Okklusion in einer Datei (Pozzi, Laureti et al., 2025).
  • Bis weitere klinische Studien vorliegen, empfehlen Übersichtsautoren eine starre Einprobe vor der definitiven Versorgung.

Was ist Photogrammetrie in der Zahnmedizin?

Photogrammetrie berechnet die räumliche Lage von Objekten aus Kamerabildern, statt Oberflächen flächig zu erfassen. In der Implantologie erkennen die Kameras dafür optische Markierungen auf speziellen Scanbodys. Aus diesen Markierungen berechnet die Software die dreidimensionalen Positionen aller Implantate und ihre Lage zueinander. Das Zusammensetzen vieler Einzelbilder, wie es der Intraoralscan erfordert, entfällt dabei (Pozzi, Arcuri et al., 2025).

Genauigkeit beschreiben die Studien nach ISO 5725-1 mit zwei Größen: Richtigkeit und Präzision. Richtigkeit meint die Nähe einer Messung zum tatsächlichen Wert, Präzision die Übereinstimmung wiederholter Messungen. Gegen Schraubenlockerung und Fraktur gelten Passungsabweichungen unter 150 µm und Winkelabweichungen unter 1 Grad als Orientierung. Je mehr Implantate die Suprakonstruktion verbindet, desto geringer fällt laut Übersicht die tolerierbare Abweichung aus (Pozzi, Arcuri et al., 2025).

Warum stößt der Intraoralscan bei mehreren Implantaten an Grenzen?

Für Einzelkronen und kurze Brücken gilt der Intraoralscan laut Übersicht als zuverlässig. Bei langen Spannen setzt der Scanner jedoch viele aufeinanderfolgende 3D-Bilder per Best-Fit-Algorithmus zusammen. Jede Überlagerung trägt eine kleine Abweichung bei, und mit der Zahl der Bilder wächst der Gesamtfehler. Im zahnlosen Kiefer fehlen zudem stabile Referenzpunkte, an denen sich der Algorithmus orientieren kann (Pozzi, Arcuri et al., 2025).

Eine klinische Pilotstudie zeigte das Problem bereits 2014 im zahnlosen Unterkiefer mit jeweils zwei Implantaten. Vier von 25 Intraoralscans ließen sich nicht zusammensetzen, weil der Scanner die Einzelbilder nicht verknüpfen konnte. Nur ein Scan blieb gleichzeitig unter den Grenzwerten von 100 µm Distanz und 0,4 Grad Winkel. Als Hauptursache der unzuverlässigen Scans nannten Andriessen und Kollegen fehlende anatomische Orientierungspunkte. Die Studie prüfte einen Scanner aus dieser Zeit, neuere Geräte untersuchte sie nicht.

Neuere Daten bestätigen den Zusammenhang: Mangano und Kollegen fanden 2026 höhere Abweichungen bei längeren Implantatabständen. Negreiros und Kollegen berichteten klinisch für den Intraoralscan eine geringere Präzision im Unterkiefer als im Oberkiefer. Als Abhilfe dienen künstliche Landmarken oder verblockte Scanbodys, die das Stitching stützen sollen. Ihre klinische Validierung steht laut Übersicht noch aus, und extreme Abweichungen bleiben möglich (Pozzi, Arcuri et al., 2025; Pozzi, Laureti et al., 2025).

Worin unterscheiden sich extraorale und intraorale Photogrammetrie?

Extraorale Photogrammetrie arbeitet mit einem Gerät außerhalb des Mundes, das zwei Stereokameras besitzt. Es erfasst nur die Implantatkoordinaten, nicht aber Zähne, Weichgewebe oder Durchtrittsprofile. Das Labor braucht deshalb eine zweite Abformung, digital per Intraoralscan oder konventionell mit späterer Digitalisierung (Pozzi, Arcuri et al., 2025).

Intraorale Photogrammetrie vereint Oberflächenscan und Photogrammetrie in einem einzigen intraoralen Handstück. Laut Herstellerangabe besitzt es zwei Kameras: eine für den Oberflächenscan und eine für die Photogrammetrie. Das System erzeugt daraus automatisch eine gemeinsame STL-Datei mit Implantatpositionen, Kieferanatomie und Okklusion. Pozzi, Laureti und Kollegen beschreiben den extraoralen Ablauf dagegen als komplex und kostenintensiv, weil er zwei getrennte Technologien erfordert.

Fu und Kollegen fanden 2025 im Modellversuch die beste Richtigkeit bei intraoraler, die beste Präzision bei extraoraler Photogrammetrie. Mangano und Kollegen maßen 2026 für die extraorale Photogrammetrie 5 µm mittlere Abweichung, für die intraorale 29 µm. Zwischen beiden Verfahren und dem Intraoralscanner iTero Lumina fanden sie jedoch keinen signifikanten Unterschied.

Welche Rolle spielen codierte Scanbodys?

Photogrammetrie benötigt Scanbodys mit optischen Markierungen, die die Software eindeutig erkennt. In der Studie von Pozzi, Laureti und Kollegen trugen die Scanbodys schwarz-weiße Markierungen auf mehreren Flächen. Die Software identifizierte die Scanbodys automatisch und ordnete ihnen die passende digitale Geometrie zu. Scanbodys in drei Längen standen radial angeordnet, ohne sich zu berühren, damit die Kamera mehrere gleichzeitig erfasst.

Für den Aoralscan Elite nennt der Hersteller weitere Bedingungen für den Einsatz der Scanbodys. Die codierten Scanbodys sitzen laut Hersteller ausschließlich auf Multi-Unit-Abutments und funktionieren nur mit Aoralscan Elite und Elite Wireless. Gleichzeitig gibt Shining 3D eine Kompatibilität mit mehr als 100 Implantatherstellern an. Robert und Kollegen fanden in vitro, dass ein Neupositionieren der Scanbodys keinen klinisch relevanten Effekt hatte.

Für welche Indikationen eignet sich das Verfahren?

Die hier ausgewerteten Studien betreffen ausschließlich implantatgetragene Ganzkiefer-Versorgungen im zahnlosen Kiefer mit mehreren Implantaten. In der Übersicht von Pozzi, Arcuri und Kollegen trugen die untersuchten Kiefer vier bis acht Implantate. Stefanović und Kollegen werteten festsitzende Ganzkieferbrücken der Kategorien FP1, FP2 und FP3 aus. Der Hersteller nennt zusätzlich die Sofortbelastung und den teilbezahnten Kiefer als Einsatzgebiete. Für teilbezahnte Situationen enthalten die hier ausgewerteten Studien keine eigenen Genauigkeitsdaten zur intraoralen Photogrammetrie.

Der Nutzen der Photogrammetrie liegt nach dieser Datenlage vor allem bei langen Spannen mit vielen Implantaten. Eine Metaanalyse von Alfaraj und Kollegen aus dem Jahr 2026 stützt diese Einordnung. Danach kann die Genauigkeit digitaler Abformungen bei mehr als vier Implantaten sinken, Photogrammetrie scheint diesen Effekt abzuschwächen.

Was zeigen Studien zur Genauigkeit?

Die Evidenz umfasst inzwischen mehrere systematische Übersichten, wenige klinische Studien und zahlreiche Modellversuche. Pozzi, Arcuri und Kollegen werteten in ihrer Übersicht von 2025 insgesamt 13 Studien aus, davon 3 klinische. In 10 der 13 Studien erreichte die Photogrammetrie eine höhere Genauigkeit als der Intraoralscan. Die Metaanalysen bezogen sich nur auf In-vitro-Daten und zeigten Vorteile bei Richtigkeit, Präzision und Winkelabweichung. Für den Intraoralscan berichten die Autoren Winkelabweichungen oberhalb der Schwelle von 1 Grad. Bis weitere klinische Studien vorliegen, empfehlen sie eine starre Einprobe vor der definitiven Versorgung.

Altalla und Kollegen schlossen 14 Studien in ihre Metaanalyse von 2026 ein und fanden bessere Richtigkeit und Präzision der Photogrammetrie. Revilla-León und Kollegen ermittelten für intraorale Photogrammetrie eine mittlere lineare Abweichung von 36 µm und 0,23 Grad Winkelabweichung. Sie fanden jedoch einen signifikanten Publikationsbias und bewerten die Evidenz als begrenzt. Alfaraj und Kollegen verglichen in 37 Studien digitale mit konventionellen Abformungen für Ganzkiefer-Versorgungen. Insgesamt fanden sie keinen signifikanten Unterschied, Photogrammetrie war leicht genauer als die konventionelle Abformung. Intraoralscanner unterschieden sich in dieser Analyse nicht von konventionellen Techniken.

Klinische Studien

Pozzi, Carosi und Kollegen verglichen 2023 bei 11 Patienten Intraoralscan und extraorale Photogrammetrie mit einer Gipsabformung als Referenz. Die mittlere 3D-Abweichung betrug 137,2 µm beim Intraoralscan und 87,6 µm bei der Photogrammetrie. Eldabe und Kollegen untersuchten 13 zahnlose Kiefer mit je vier Implantaten gegen eine verblockte offene Abformung. Das intraorale Photogrammetrie-System wich im Mittel 30,7 µm ab, der Intraoralscanner 59,8 µm. Negreiros und Kollegen scannten 19 zahnlose Kiefer je fünfmal und fanden in allen drei Prüfverfahren eine höhere Präzision der Photogrammetrie.

Zhang und Kollegen verglichen Photogrammetrie in 14 zahnlosen Kiefern mit verifizierten konventionellen Abformungen. Die mittlere Distanzabweichung lag mit 70 µm unter der gewählten Schwelle von 150 µm. Die Distanzabweichung stieg jedoch mit größerem Abstand zwischen den Implantaten, auch bei der Photogrammetrie. Eine retrospektive Multicenterstudie von Stefanović und Kollegen umfasste 35 Patienten mit 52 Ganzkieferbrücken auf 221 Implantaten. Alle Versorgungen entstanden in einem digitalen Workflow auf Basis intraoraler Photogrammetrie mit dem Aoralscan Elite. Laut Sheffield-Test und Röntgenkontrolle erreichten alle definitiven Versorgungen eine passive Passung. Die Studie hat keine Vergleichsgruppe, und die mittlere Nachbeobachtung betrug 12,1 Monate.

Modellversuche

Ma und Kollegen verglichen 2021 an einem Modell mit sechs Implantaten drei Abformverfahren. Die mediane Richtigkeit betrug 24,45 µm für Photogrammetrie, 28,70 µm konventionell und 43,45 µm per Intraoralscan. Bei der Präzision erreichte die Photogrammetrie 2,00 µm, die konventionelle Abformung 29,40 µm und der Intraoralscan 36,00 µm. Robert und Kollegen fanden an Modellen mit vier, sechs und acht Implantaten, dass die lineare Abweichung mit der Implantatzahl zunahm. Mangano und Kollegen maßen bei vier Intraoralscannern mittlere Abweichungen zwischen 34 und 223 µm. Die Ergebnisse gelten daher für das jeweils geprüfte Gerät und lassen sich nicht pauschal übertragen.

KriteriumKonventionelle AbformungIntraoralscanPhotogrammetrie
ErfassungsprinzipVerblockte offene Abformung, Modell, Laborscan (Ma 2021)Viele 3D-Einzelbilder, per Best-Fit zusammengesetzt (Pozzi, Arcuri 2025)Kameras erfassen Markierungen auf Scanbodys, ohne Stitching (Pozzi, Arcuri 2025)
Weichgewebe und AnatomieÜber das Modell an das Labor übermittelt (Pozzi, Arcuri 2025)Im Oberflächenscan enthalten (Pozzi, Laureti 2025)Extraoral nicht, zweite Abformung nötig; intraoral im selben Datensatz (Pozzi, Laureti 2025)
Metaanalysen zur GenauigkeitKein Gesamtunterschied zu digitalen Verfahren; bei mehr als vier Implantaten leicht vorn (Alfaraj 2026)Kein Unterschied zur konventionellen Abformung (Alfaraj 2026); in vitro weniger genau als Photogrammetrie (Pozzi, Arcuri 2025)Leicht genauer als konventionell (Alfaraj 2026); genauer als der Intraoralscan (Altalla 2026)
Einfluss der SpannweiteIn den zitierten Quellen nicht gesondert ausgewertetFehler wächst mit der Zahl der Einzelbilder (Pozzi, Arcuri 2025)Distanzabweichung steigt mit dem Implantatabstand (Zhang 2023)
Rolle in klinischen StudienReferenz in Vergleichsstudien (Pozzi, Carosi 2023; Eldabe 2026)Größere Abweichungen als Photogrammetrie (Pozzi, Carosi 2023; Eldabe 2026)Wenige, kleine klinische Studien (Pozzi, Arcuri 2025)

Wie läuft der Workflow in der Praxis ab?

Die folgenden Schritte orientieren sich an der Studie von Pozzi, Laureti und Kollegen sowie an den Herstellerangaben.

  1. Abstimmung mit dem Labor. Klären Sie vorab, welche Scanbody-Geometrie und welches Dateiformat das Labor für die Konstruktion benötigt.
  2. Weichgewebescan. Zuerst scannen Sie Kieferkamm und Weichgewebe nach der Scanstrategie des Herstellers für zahnlose Patienten.
  3. Scanbodys einsetzen. Dann verschrauben Sie die codierten Scanbodys auf den Multi-Unit-Abutments; die Studie nutzte 10 Ncm und prüfte den Sitz visuell.
  4. Photogrammetrie-Aufnahme. Die Software erkennt die Scanbodys und verknüpft sie in zwei Aufnahmen, je eine pro Kieferseite, mit dem Weichgewebe.
  5. Gegenkiefer und Biss. Erfassen Sie Gegenkiefer und Bissbeziehung, damit das Labor einen vollständigen Datensatz erhält.
  6. Export an das Labor. Die Software exportiert laut Studie keine eigenen Scanbody-Geometrien, sondern überträgt die Positionen auf eine kompatible Geometrie. Als Ausgabeformate für die Weitergabe an das Labor nennt der Hersteller STL, OBJ und PLY.
  7. Einprobe. Vor der definitiven Versorgung empfehlen Übersichtsautoren bis auf Weiteres eine starre Prototyp-Einprobe.

Fu und Kollegen maßen im Modellversuch eine Scanzeit von rund 50 Sekunden für die intraorale Photogrammetrie. Der Intraoralscan mit Original-Scanbodys benötigte rund 91 Sekunden, mit vorgefertigten Hilfsmitteln rund 125 Sekunden. Die Werte gelten für ein Modell und bilden keine klinische Behandlungszeit ab. Pozzi, Laureti und Kollegen beschreiben die Scanbewegung als ähnlich zum Intraoralscan und erwarten daher eine flache Lernkurve.

Wo liegen Grenzen und welche Kosten entstehen?

Eine zentrale Grenze liegt in der Datenlage, die überwiegend aus Modellversuchen stammt. Modellversuche bilden laut Pozzi, Laureti und Kollegen weder Speichel noch Zunge, Wangen oder Patientenbewegungen ab. Unterschiedliche Referenzen wie Koordinatenmessgeräte, Industriescanner oder Laborscanner erschweren zudem den Vergleich der Studien (Pozzi, Arcuri et al., 2025). Zwei der zitierten Metaanalysen fanden zudem Hinweise auf einen Publikationsbias in der Literatur (Alfaraj et al., 2026; Revilla-León et al., 2026).

Gómez-Polo und Kollegen fanden in vitro, dass Umgebungslicht die Richtigkeit eines intraoralen Photogrammetrie-Systems beeinflusste. Die Unterschiede zwischen den Lichtstufen bewerteten die Autoren allerdings als vernachlässigbar. Zudem garantiert eine exakte Abformung allein noch keine spannungsfreie Passung der Suprakonstruktion. Fertigungstoleranzen können laut Pozzi, Arcuri und Kollegen Spalten zwischen 20 und 100 µm erzeugen.

Kostenvergleiche in Euro enthalten die hier ausgewerteten Studien nicht, sie beschreiben Kosten nur qualitativ. Pozzi, Laureti und Kollegen erwarten von einem kombinierten Gerät geringere Gerätekosten, weniger Behandlungszeit und weniger Material. Gemessen haben die Autoren diese Effekte in ihrer Studie allerdings nicht, es handelt sich um eine Erwartung. Für Ihre Kalkulation sollten Sie Gerät, codierte Scanbodys, Multi-Unit-Abutments und die Abstimmung mit dem Labor einbeziehen.

Welches Gerät nutzt der CLARIQUE Scan?

Der CLARIQUE Scan basiert auf dem Aoralscan Elite von Shining 3D. Laut Hersteller vereint das Gerät Intraoralscan und intraorale Photogrammetrie in einem Handstück. Mehrere der zitierten Studien untersuchten dieses Gerät, darunter Pozzi, Laureti und Kollegen, Mangano und Kollegen sowie Stefanović und Kollegen.

Auf seiner Produktseite gibt Shining 3D eine Präzision von 5 µm für die Photogrammetrie an. Als Genauigkeit nennt der Hersteller 10 µm für eine Einzelzahnversorgung und 20 µm für eine dreigliedrige Brücke. Messbedingungen nennt die Seite nicht, es handelt sich um Herstellerangaben ohne unabhängige Prüfung.

CLARIQUE bietet das Gerät als CLARIQUE Scan im Leasing an, ab 249 € im Monat netto und monatlich kündbar. Details finden Sie auf der Seite zum CLARIQUE Scan. Welche Kriterien bei der Wahl eines Intraoralscanners zählen, lesen Sie im Beitrag Intraoralscanner auswählen.

Ob Photogrammetrie im Einzelfall geeignet ist, entscheidet immer die behandelnde Zahnärztin oder der behandelnde Zahnarzt. Studiendaten ersetzen weder die Diagnostik noch die Einprobe am Patienten.

Was fragen Praxen zur intraoralen Photogrammetrie?

Was ist intraorale Photogrammetrie?

Intraorale Photogrammetrie erfasst Implantatpositionen über codierte Scanbodys mit einer Kamera im Handstück des Intraoralscanners. Dasselbe Gerät scannt Weichgewebe und Kiefer, sodass Implantatpositionen und Anatomie in einem gemeinsamen Datensatz vorliegen.

Ist Photogrammetrie genauer als ein Intraoralscan?

Systematische Übersichten berichten für Photogrammetrie bei Ganzkiefer-Abformungen eine höhere Richtigkeit und Präzision als für den Intraoralscan. Die Metaanalysen beruhen jedoch überwiegend auf Modellversuchen, und die klinischen Vergleichsstudien umfassen nur wenige Patienten.

Ersetzt Photogrammetrie die konventionelle Abformung?

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2026 fand für Photogrammetrie eine leicht höhere Genauigkeit als für konventionelle Abformungen. Übersichtsautoren empfehlen bis zu weiteren klinischen Studien dennoch eine starre Einprobe vor der definitiven Versorgung.

Brauche ich zusätzlich einen Weichgewebescan?

Bei extraoraler Photogrammetrie ja, denn das Gerät erfasst nur die Implantatkoordinaten ohne Weichgewebe. Intraorale Photogrammetrie kombiniert Weichgewebescan und Implantatpositionen in einem Ablauf mit demselben Handstück.

Was kostet der Einstieg mit dem CLARIQUE Scan?

Den CLARIQUE Scan auf Basis des Aoralscan Elite leasen Sie ab 249 € im Monat netto, monatlich kündbar. Für die Photogrammetrie sind codierte Scanbodys nötig, die laut Hersteller auf Multi-Unit-Abutments sitzen.

Redaktion CLARIQUE

Fachredaktion der Clarique Dental GmbH für zahnärztliche Fachkreise. Quellen, Evidenztyp und Stand stehen am Ende jedes Beitrags; Rückfragen an info@clarique.de.

Quellen

  1. Pozzi A, Arcuri L, Carosi P, Laureti A, Londono J, Wang HL, „Photogrammetry Versus Intraoral Scanning in Complete-Arch Digital Implant Impression: A Systematic Review and Meta-Analysis", Clinical Implant Dentistry and Related Research 2025;27(3):e70059; DOI 10.1111/cid.70059, PMC12144927; Abruf am 15.10.2026; systematische Übersicht mit Metaanalyse (13 Studien, Metaanalysen nur auf In-vitro-Daten).
  2. Pozzi A, Laureti A, Tawil I, Chow J, Azevedo L, Fehmer V, Sailer I, „Intra Oral Photogrammetry: Trueness Evaluation of Novel Technology for Implant Complete-Arch Digital Impression In Vitro", Clinical Implant Dentistry and Related Research 2025;27(3):e70049; DOI 10.1111/cid.70049, PMC12058441; Abruf am 15.10.2026; In-vitro-Studie an 30 Patientenmodellen mit 4 bis 6 Implantaten.
  3. Altalla H, Alhelou H, Karaduman F, Alawawda O, Bayindir F, „Comparative accuracy of photogrammetry and intraoral scanners in recordings for complete arch implant-supported prostheses: A systematic review and meta-analysis", Journal of Prosthetic Dentistry 2026;135(5):e60-e70; DOI 10.1016/j.prosdent.2025.10.059; Abruf am 15.10.2026; systematische Übersicht mit Metaanalyse (14 Studien).
  4. Alfaraj A, Alqudaihi F, Khurshid Z, Qadiri O, Lin WS, „Comparative analyses of accuracy between digital and conventional impressions for complete-arch implant-supported fixed dental prostheses: A systematic review and meta-analysis", Journal of Prosthodontics 2026;35(3):252-274; DOI 10.1111/jopr.14094; Abruf am 15.10.2026; systematische Übersicht mit Metaanalyse (37 Studien, Hinweise auf Publikationsbias, moderate Evidenzsicherheit).
  5. Revilla-León M, Ghunaim D, Barmak AB, Afshari FS, Fang Q, Prasad S, „Accuracy of complete arch implant scans recorded by using calibrated scanning techniques: A systematic review and meta-analysis", Journal of Prosthetic Dentistry 2026;135(4):e28-e42; DOI 10.1016/j.prosdent.2025.11.029; Abruf am 15.10.2026; systematische Übersicht mit Metaanalyse (15 Studien, signifikanter Publikationsbias).
  6. Pozzi A, Carosi P, Gallucci GO, Nagy K, Nardi A, Arcuri L, „Accuracy of complete-arch digital implant impression with intraoral optical scanning and stereophotogrammetry: An in vivo prospective comparative study", Clinical Oral Implants Research 2023;34(10):1106-1117; DOI 10.1111/clr.14141; Abruf am 15.10.2026; prospektive klinische Vergleichsstudie (11 Patienten, 50 Implantate).
  7. Eldabe AK, Adel-Khattab D, Botros KH, „Accuracy of intraoral photogrammetry in complete arch digital implant scanning: An in vivo prospective comparative study", Journal of Prosthetic Dentistry 2026;135(2):342-351; DOI 10.1016/j.prosdent.2025.03.041; Abruf am 15.10.2026; prospektive klinische Vergleichsstudie (11 Patienten, 13 Kiefer, 52 Implantate).
  8. Negreiros WM, Sun TC, Jain S, Finkelman M, Gallucci GO, Hamilton A, „Precision of complete-arch digital implant scans using photogrammetry and intra-oral scanning. An in vivo cross-over study", Journal of Dentistry 2025;161:105928; DOI 10.1016/j.jdent.2025.105928; Abruf am 15.10.2026; klinische Cross-over-Studie zur Präzision (19 Kiefer).
  9. Zhang YJ, Qian SJ, Lai HC, Shi JY, „Accuracy of photogrammetric imaging versus conventional impressions for complete arch implant-supported fixed dental prostheses: A comparative clinical study", Journal of Prosthetic Dentistry 2023;130(2):212-218; DOI 10.1016/j.prosdent.2021.09.035; Abruf am 15.10.2026; klinische Vergleichsstudie (14 Kiefer).
  10. Stefanović M, Marković A, Todorović A, Lerner H, Mangano FG, Šćepanović M, „Clinical accuracy and short-term outcomes of intraoral photogrammetry for complete-arch implant rehabilitation: A retrospective multicentre study on 35 patients", Journal of Dentistry 2026;174:106919; DOI 10.1016/j.jdent.2026.106919; Abruf am 15.10.2026; retrospektive Multicenterstudie ohne Vergleichsgruppe (35 Patienten, 221 Implantate).
  11. Ma B, Yue X, Sun Y, Peng L, Geng W, „Accuracy of photogrammetry, intraoral scanning, and conventional impression techniques for complete-arch implant rehabilitation: an in vitro comparative study", BMC Oral Health 2021;21(1):636; DOI 10.1186/s12903-021-02005-0, PMC8665494; Abruf am 15.10.2026; In-vitro-Studie an einem Modell mit 6 Implantaten.
  12. Fu XJ, Cai ZZ, Shi JY, Qiao SC, Tonetti MS, Lai HC, Liu BL, „Accuracy of a Novel Intraoral Photogrammetry Technique for Complete-Arch Implant Impressions: An In Vitro Study", Clinical Oral Implants Research 2025;36(8):991-999; DOI 10.1111/clr.14445; Abruf am 15.10.2026; In-vitro-Studie an einem Oberkiefermodell mit 6 Implantaten.
  13. Mangano FG, Lerner H, Valle G, Biaggini F, Mangano C, Dybov A, „Trueness of extraoral photogrammetry, intraoral photogrammetry and direct intraoral scanning in the full-arch digital implant impression: a comparative in vitro study", Journal of Dentistry 2026;165:106269; DOI 10.1016/j.jdent.2025.106269; Abruf am 15.10.2026; In-vitro-Studie mit Koordinatenmessgerät als Referenz.
  14. Robert N, Albert A, Bechet E, Lamy M, „Influence of the number of implants on the accuracy of complete-arch impressions: In vitro comparison of photogrammetry and intraoral scanners using a coordinate measuring machine", Journal of Dentistry 2026;172:106723; DOI 10.1016/j.jdent.2026.106723; Abruf am 15.10.2026; In-vitro-Studie an Modellen mit 4, 6 und 8 Implantaten.
  15. Andriessen FS, Rijkens DR, van der Meer WJ, Wismeijer DW, „Applicability and accuracy of an intraoral scanner for scanning multiple implants in edentulous mandibles: a pilot study", Journal of Prosthetic Dentistry 2014;111(3):186-194; DOI 10.1016/j.prosdent.2013.07.010; Abruf am 15.10.2026; klinische Pilotstudie (25 Patienten mit je 2 Implantaten).
  16. Gómez-Polo M, Revilla-León M, Herranz-Seijo P, Antonaya-Martín JL, Barmak AB, Cascos R, „Do ambient lighting conditions affect the accuracy of implant position capture for complete arch prostheses using intraoral photogrammetry?", Journal of Prosthetic Dentistry 2026;135(4):819.e1-819.e6; DOI 10.1016/j.prosdent.2025.11.008; Abruf am 15.10.2026; In-vitro-Studie.
  17. Shining 3D Dental, Produktseite Aoralscan Elite (Spezifikationen, FAQ zu codierten Scanbodys), shining3ddental.com/solution/aoralscan-elite, sowie Startseite shining3ddental.com (Einsatzgebiete der intraoralen Photogrammetrie); Abruf am 15.10.2026; Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft.

Fachinformation für zahnärztliche Fachkreise im Sinne des § 2 HWG. Die Clarique Dental GmbH erbringt keine zahnheilkundlichen Leistungen und vermittelt keine Patienten; Diagnose, Aufklärung und Behandlung erfolgen ausschließlich durch Zahnärztinnen und Zahnärzte. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Abrechnungsberatung.

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